Samstag, 24. Januar 2015

Volkserziehung

Sicher hat jeder schon einmal Schlagzeilen nur überflogen. Oder versucht, die Kernaussage eines medialen Beitrags in aller Kürze herauszulesen. Anscheinend ist das genau das Kalkül von Presse und Medien, findet man doch ständig Berichte, die den Kern der Wahrheit nur beiläufig, wenn überhaupt aufzeigen, während das, was der Konsument erfassen soll, nach vorne geschoben und betont wird.
Solche Beispiele sind nicht etwa vereinzelt vorzufinden, sondern erfassen die volle Breite der Berichterstattung.  Ein Beispiel:

Der Schaffner eines Zuges fiel mit rassistische Äußerungen gegenüber ausländischen Fahrgästen auf und musste sich am Ende dafür entschuldigen.
Die Schlagzeile:

Fremdenfeindlichkeit bei der Bahn Schaffner beschimpft ausländische Zugreisende

In einem Regional-Express von Dortmund nach Köln soll ein Schaffner Arabisch sprechende Reisende beleidigt und aus dem Zug geworfen haben. "Dieses Gesocks. Man müsste alle auf den Bahnsteig stellen und erschießen“ soll er ihnen nachgerufen haben. Ein Mitreisender zeigte den Bahnbediensteten an.

Der Artikel suggeriert, dass hier ein Nazi als Schaffner tätig geworden sein muss, den man sofort zu entlassen habe. Doch erst gegen Schluss wird nebenbei deutlich, dass die arabische Gruppe Jugendlicher weder Geld, Ausweise noch Fahrkarten dabei hatten, worauf der Schaffner sie des Zugs verwies. Daraufhin beschimpften die "Fahrgäste" den Schaffner als "Nazi" und "Nazischwein", was beim Schaffner derart Ärger hervorrief, dass dieser zu schimpfen begann und dabei deutlich über das Ziel hinausschoss. Die Konsequenzen, die daraus gezogen wurden, können im Originaltext nachgelesen werden.

Auch der Videobeitrag kommt nur relativierend auf den Punkt. Die Bahn muss ich rechtfertigen, denn natürlich hat der Fremdenhasspolizist, der den Schaffner anzeigte, nichts von einer Beschimpfung als Nazi wahrgenommen.
Einem Ausraster diesen Ausmaßes, liebe Fremdenhasspolizisten, geht immer Provokation voraus. Tun wir doch nicht so, als ob wir Lästerungen gegenüber Einheimischen nicht kennen würden. Ob leise gemurmelt oder lautstark skandiert, es gibt ihn, den Deutschenhass.

Aber laut der politischen Elite in diesem Land geht Rassismus und Hass grundsätzlich von Deutschen aus.
Umgekehrt gibt es das nicht, basta!

Dazu sei an die Schilderung eines jungen Mannes erinnert, der mit dessen Freundin die Diskriminierungsstelle aufsuchte, um sich über beleidigende und sexistische Übergriffe gegenüber seiner Freundin zu beschweren. Doch die Beamtin zuckte verwundert die Schultern: Ihre Dienststelle sein nicht dafür vorgesehen, Einheimische zu betreuen.

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