Wann ist ein Mann ein Mann?
Artikel von Antje Dörr-
Der Teckbote
Kirchheim. Dieser Fall hat die ganze Nation aufgewühlt: Zwei junge Männer prügeln in der Münchner U-Bahn auf einen alten Mann ein, treten ihm gegen den Kopf und fügen ihm lebensgefährliche Verletzungen zu. Der Mann hatte die beiden lediglich gebeten, ihre Zigaretten auszumachen. Die Gewalttäter sind mehrfach vorbestraft, ihre Vorfahren stammen aus Griechenland und der Türkei. Die U-Bahn-Schläger, wie sie in den Medien genannt werden, sind seither in der öffentlichen Wahrnehmung Prototypen jugendlicher Intensivtäter: brutal, ohne Reue und mit Migrationshintergrund.
Sind Jugendliche, deren Eltern aus der Türkei, aus Albanien oder Russland stammen, gewalttätiger als deutsche Jugendliche? Gibt es so etwas wie eine migrantische Männlichkeit? Diesen Fragen ging Dr. Kurt Möller, Professor für soziale Fragen an der Hochschule Esslingen, in seinem Vortrag nach. Eingeladen hatte der Arbeitskreis Jungen, ein Zusammenschluss von Sozialpädagogen verschiedener Organisationen, die mit Jungen und Männern arbeiten.
Eines lässt sich nicht von der Hand weisen: Jugendliche mit Migrationshintergrund sind häufiger gewalttätig als deutsche. Die Zahl der sogenannten Intensivtäter, die immer wieder zuschlagen, ist ebenfalls größer. Allerdings ist der Unterschied laut Möller längst nicht so eklatant wie viele Untersuchungen das vermuten lassen. In solchen Studien – die bekanntesten sind wohl die von Christian Pfeiffer mitverantworteten Untersuchungen des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen – würden in der Regel deutsche Jugendliche jenen mit Migrationshintergrund gegenübergestellt. „Das ist, als ob man Äpfel mit Birnen vergleicht“, sagt Kurt Möller. Vielmehr müsse man deutsche Wiederholungstäter und solche mit Migrationshintergrund vergleichen.
Obwohl der Unterschied bei einem solchen Vergleich längst nicht mehr so groß ist, bleibt der Anteil jugendlicher Gewalttäter mit Migrationshintergrund höher. Warum ist das so? Werden die türkischen, albanischen oder russischen Jungen durch ihr Umfeld so geprägt, dass sie automatisch zu Schlägern werden? Nein, sagt Kurt Möller. Für ihn ist es eine Verkettung ungünstiger Umstände, die einen jungen Mann zum Gewalttäter werden lassen. „Jungen oder Männer mit Migrationshintergrund befinden sich überproportional oft in prekären Lebenslagen, die anfällig machen für Gewalt.“ Das können zum Beispiel Arbeitslosigkeit oder Gewalterfahrungen sein.
Natürlich werde nicht jeder, der als Kind Gewalt oder Arbeitslosigkeit erlebt habe, gleich zum Schläger. Laut Kurt Möller muss noch etwas hinzukommen: Das Aufwachsen in einem Umfeld, in dem sogenannte gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen als Weg propagiert werden, aus dieser misslichen Lage herauszukommen. Wer gewaltlegitimierenden Männlichkeitsnormen zustimmt, bejaht Aussagen wie „Ein Mann, der nicht bereit ist, sich gegen Beleidigungen mit Gewalt zu wehren, ist ein Schwächling“, „Wenn eine Frau ihren Mann betrügt, darf der Mann sie schlagen“ oder „Ein richtiger Mann ist bereit, sich mit körperlicher Gewalt gegen jemanden durchzusetzen, der schlecht über seine Familie redet“.
An dieser Stelle, so Möller, müssten Pädagogik und soziale Arbeit ansetzen. Eine Aufgabe der Lehrer, Sozialpädagogen und Schulsozialarbeiter sieht er darin, das System männlicher Hegemonie zu problematisieren und sozial akzeptable Normen vorzuleben. Außerdem müssten sie Alternativen anbieten. „Ganz wichtig ist es, nicht als Moralapostel aufzutreten“, sagt Kurt Möller. Beispielsweise bringe es nichts, einfach nur zu sagen „Gewalt ist schlecht“, wenn der Jugendliche die Erfahrung gemacht hat, dass er sich nur mit Gewalt Respekt verschaffen kann.
Als problematisch sieht Kurt Möller die Tendenz in staatlichen Institutionen, zum Beispiel der Polizei, an, Jugendliche aufgrund ihrer Herkunft zu beurteilen, sie zu ethnisieren. „Wer ethnisiert, der macht Menschen zu Abweichlern von einem angenommenen Standard, verweist auf etwas Fremdes“, so Kurt Möller. Allein schon die Bezeichnung „Menschen mit Migrationshintergrund“, die eigentlich ein Ordnungskriterium aus der deutschen amtlichen Statistik ist, wirke ethnisierend. Die Bezeichnung gehe längst an der Lebenswelt der Jugendlichen vorbei, die diese Unterscheidung selbst nicht mehr vornehmen. Zudem wirke der Begriff ausgrenzend. „Die Ethnisierung bringt Jugendliche hervor, die sich nicht gewünscht fühlen und sich deshalb in Nischen zurückziehen“, sagt Kurt Möller. Folgen seien Phänomene wie die Neoislamisierung.
Kommentar:
Es ist gewiss nicht meine Absicht zu polemisieren, stattdessen muss ich der Realität Rechnung tragen und feststellen, dass die vom Professor angemahnte "gewaltlegitimierende Männlichkeitsnorm" recht oft dem Islam entspringt.
Dafür gibt es konkrete Belege.
Sie sind vor allem im Koran zu finden, und wer eine ungeschönte Ausgabe gelesen hat, wird dem kaum widersprechen.
Das irrleitende Schlagwort "Islam ist Frieden" sollte man als frei denkender Europäer möglichst ganz schnell vergessen.
(er beschreibt schlichtweg den Zustand, wenn der ganze Globus islamisch sein wird.)
Die Uneinigkeit darüber lässt sich damit erklären, dass der Koran dualistisch aufgebaut ist und somit zu Verwirrung führt, die nicht immer ganz unerwünscht ist:
Was an einer Stelle verboten ist, wird an anderer Stelle gefordert.
Es gibt zu jedem Aspekt des Lebens sowohl positive wie auch negative Aussagen, die sich widersprechen. Man soll nicht töten, aber an anderer Stelle soll man es doch- Es gibt keinen Zwang im Glauben- außer man wechselt ihn...ect.
So kann problemlos nur die Schokoladenseite zitiert werden, wobei uns als Ungläubige das Negative eher vorenthalten wird. So kann es oft auch heißen "Das ist nicht der wahre Islam" (obwohl sich die Gelehrten darüber einig sind, dass es nur einen einzigen Islam gibt)
Wer erst einmal entdeckt hat, dass es zur religiös/kulturellen Selbstverständlichkeit gehört, Gewalt eben nicht zu ächten, sondern zu regeln, - also wer wem unter welchen Umständen legitim Gewalt antun darf - versteht diesen Artikel auf Anhieb.
Wir erziehen unsere Jungs zur Gewaltlosigkeit, und das passt nun mal nicht zur Kultur des wehrhaften Männlichkeitsbilds im Islam.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen